"Ich sehe wunderbare Dinge." So beantwortete der britische Archäologe Howard Carter während seines ersten Blicks in die Grabkammer von Tutanchamun die Frage seines hinter ihm stehenden Mäzens Lord Carnarvon. Faszinierenden Entdeckungen wie dieser vom 26. November 1922 im ägyptischen Tal der Könige geht Eric H. Cline in seinem Buch "Versunkene Welten und wie man sie findet" nach. Der Direktor des Archäologischen Instituts an der George Washington Universität in Washington D.C. zeichnet sich als Buchautor dadurch aus, dass er ebenso spannend wie allgemein verständlich und fachkundig schreibt.

Cline, der selbst an mehr als 30 Ausgrabungen in Griechenland, Ägypten, Israel, Jordanien und den USA beteiligt war, liefert eine bemerkenswerte Tour d’Horizon zum Thema Archäologie. Er führt uns zu den ältesten Spuren von Menschen in Südafrika und zu steinzeitlichen Höhlenzeichnungen, nach Troja und ins Reich der Pharaonen, zu den ersten Bauern im Fruchtbaren Halbmond, zu Funden aus der Welt der Bibel, nach Griechenland und Italien, aber auch auf den Meeresgrund oder in die Neue Welt. Dazwischen beantwortet er profund häufig gestellte Fragen zu den Arbeitsmethoden der modernen Archäologie und tritt vehement gegen illegalen Antiquitätenhandel ein. Das Buch ist bis zum letzten Kapitel lesenswert, in dem Cline darüber nachdenkt, welche Schlüsse künftige Archäologen womöglich aus heutigen Bauten und Gegenständen ziehen könnten. Würden vielleicht Orte wie Starbucks und McDonald’s als Tempel interpretiert werden?