Kurt Frischengruber mag sich als Krimiautor Peter Patzakzum Vorbild genommen haben. Denn die Art und Weise, wie er seinen Roman umeinen Serienfrauenmörder, der seine via Internet gefundenen Opfer skalpiert,erzählt, wirkt ein wenig, als wäre "Kottan ermittelt" an den Wörthersee verlegt worden. In der Klagenfurter Mordkommission tummeln sichjedenfalls ebenfalls schräge Typen - aber nicht nur dort. Auch ein trotreligerBriefträger treibt sein Unwesen und stolpert immer wieder durch die Mordfälle, während sich der Kripochef und sein denglisch redender Inspektor erst einmal ein Bier aufmachen.

Das könnte lustig sein, wären die Figuren nicht dermaßenpenetrant überzeichnet und würde sie nicht teils dermaßen unglaubwürdig dummagieren, dass es beim Lesen schon mental wehtut. Immerhin steckt eine gewisseDramatik im Handlungsbogen, der (etwas langatmig in der Erzählung) bis zumgroßen Finale aufgebaut wird, und manche Ideen sind durchaus spannend. DieUmsetzung ist allerdings für eine Satire etwas plump und für einen ernsthaftenKrimi zu trottelig. Und Frischengrubers Kärntner Landsleute könnten beim Lesenlei die Frasn kriegen...

Kurt Frischengruber: Tödlicher Chatroom
Echomedia; 373 Seiten; 14,90 Euro