Ausgerechnet zu Weihnachten geht in New York die Angst um: Ein Serienmörder enthauptet ein Opfer nach dem anderen - und die Polizei, vertreten durch Lieutenant Vincent D'Agosta, verzweifelt fast an der Suche nach verbindenden Motiven und erst gar nach Verdächtigen. Auch Special Agent Aloysius Pendergast vom FBI, der hier seinen 17. Fall löst, scheint dieser zunächst Rätsel aufzugeben. Aber es dauert nicht lange, bis der exzentrische Ermittler seine ganz eigene Theorie hat und es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Mordfälle gelöst sind.

Es wäre aber nicht Pendergast, würde er seine Vermutungen gleich mit D'Agosta und seiner Truppe teilen. Und so lassen die beiden Autoren Douglas Preston und Lincoln Child, die mit Pendergast eine Art amerikanischen Sherlock Holmes geschaffen haben, alle übrigen Ermittler und mit ihnen auch die Leser ganz schön lange zappeln, ehe sie dann doch Erbarmen zeigen und eine sichtbare Spur legen. Bis dahin wird geköpft, dass das Blut nur so durch die Gegend spritzt, gleichzeitig sorgen ein paar Sidesteps für gewisse Längen, die man den Schreibern aber wegen der Hochspannung, die sie erzeugen, dann doch verzeiht. Zumal die eine oder andere Nebenhandlung auch für das Hauptthema wichtig sein könnte - oder auch nicht. Auch darüber kann man lange nur spekulieren. Preston und Child jedenfalls scheinen eine diebische Freude daran zu haben, ihre Leser auf die Folter zu spannen. Ein Lichtblick bei dieser verzweifelten Mörderjagd ist nur, dass Pendergast - der diesmal ernsthaft an seine Grenzen stößt - bisher noch jeden Fall gelöst hat . . .

Douglas Preston & Lincoln Child:
Headhunt - Feldzug der Rache
Knaur; 400 Seiten; 20,60 Euro