Wien. Es gibt wohl mehr, als die Wissenschaft uns glauben machen will - mit dieser These konfrontiert der Wiener Mediziner und Theologe Johannes Huber seine Leser nach "Es existiert" und "Der holistische Mensch" auch in seinem neuesten Werk "Woher wir kommen. Wohin wir gehen." Diese im Verlag edition a erschienene, man könnte schon sagen, Trilogie zeigt in ihrer Gesamtheit vor allem auch Aspekte und Fragestellungen auf, die sich abseits der nach Evidenzen hechelnden Wissenschaft auftun.

War bisher bei der Darstellung der Existenz des Menschen und dessen Weiterentwicklung der Einfluss durch handfeste Gegebenheiten aber auch dem Glauben zugrunde liegende Thesen der Fokus gelegt, steht nun vor allem die Frage nach der Endlichkeit des Lebens im Mittelpunkt der Ausführungen. Geht es nach Huber, so sind die ungefähr 80 Jahre, die der Mensch körperlich in Erscheinung tritt, nur ein Teil der Wahrheit.

Der Autor skizziert seine Thesen prägnant. "Erstens: Die Hardware unserer Existenz war ab dem Urknall da. Zweitens: Wir sind Abbild des Weltenbaumeisters. Drittens: Uns erwartet die Verschränkung. Der Schöpfer und das Geschöpf - beide kommen zusammen, wenn wir es wollen." Die Details dazu folgen auf 290 Seiten - in Form einer Zeitreise bis zurück zum Anfang, dem Urknall. "Dort macht es - BUUUMMM!"

Trip zur Planckschen Mauer

Ein Raumzeitschiff, die "Arche Noah II", mit einer großen Zahl gelehrter Köpfe aller Fächer an Bord, begibt sich in Form eines Kurztrips auf die Reise durch Milliarden von Jahren. Start ist in Wien. Die Jahrzehnte verfliegen, die Jahrhunderte verfliegen, die Jahrtausende verfliegen. Die technischen Fortschritte werden deutlich, aber auch Bewusstseinsveränderungen der Menschen, die sich im Laufe der kulturellen Entwicklungen ergeben haben.

Huber stellt dabei zwei Weltanschauungen in den Vordergrund - jene der Anthropologos und jene der Megalopsychos. Für Anthropologos beginnt das Leben bei der Geburt und endet mit dem Tod. Megalopsychos sehen das Dasein in größeren Dimensionen. Ihre Schöpfung beginnt nicht bei der Geburt, sondern zu Beginn des Universums und endet nicht mit dem letzten Atemzug.

Genau der Beginn des Universums ist auch das Ziel des Trips - genauer gesagt, die Plancksche Mauer. Dahinter beginnt das Reich der Spekulation, dort liegt das große Geheimnis, aber offenbar auch die Hardware unserer Existenz. Und sie muss schon vor dem Urknall da gewesen sein, so Huber. In Form von "Information, die in allem steckt, in jeder Zelle, jeder Faser, jedem Teilchen Ewigkeit". Und damit werde klar: "Wenn wir schon von Anfang an, vom Urknall dabei waren - warum sollten wir nicht nach der Gütertrennung des Todes ebenfalls dabei bleiben?"