Alle Jahre wieder öffnet Jekab Godman alias Papa Jack vor Weihnachten sein Emporium: ein Geschäft im Zentrum von London, in dem man Spielzeug bekommt, das fast schon magisch ist. Da gibt es lebensechte kleine Wollhunde, sich selbst entfaltende riesige Papiertannen - und vor allem Miniatursoldaten, die beinahe lebendig wirken, entworfen von seinem Sohn Emil, der mit seinem älteren Bruder Kaspar darum wetteifert, wer am besten in die Fußstapfen des Vaters tritt. Denn was dieser unter dem Jahr, während das Emporium geschlossen ist, zu schaffen vermag, sorgt nicht nur für leuchtende Kinderaugen, sondern lässt auch die Erwachsenen staunen.

Doch Kaspar und Emil wetteifern auch um die Gunst der jungen Cathy, die 1906 ihre Familie verlässt, nachdem sie schwanger geworden ist. Denn sie will nicht wie eigentlich vorgesehen ihr Kind in einem Waisenhaus gebären und abgeben, und so sucht sie das Emporium auf und bewirbt sich für eine dort ausgeschriebene Stelle.

Aus dieser Konstellation entwickelt Robert Dinsdale eine historisch angehauchte Liebes- und Familiengeschichte, in der die Godmans und Cathy durch den Ersten Weltkrieg auf eine harte Probe gestellt werden. Dinsdale arbeitet mit großen Bildern und der Macht von an Magie grenzender Technik. Allein schon die von ihm geschilderten Kleinode des Emporiums sind es wert, das Buch zur Hand zu nehmen. Nicht nur hier offenbart sich ein Stück vom Zauber der Weihnacht . . .

Robert Dinsdale: Die kleinen Wunder von Mayfair
Knaur; 455 Seiten; 16,50 Euro