Dass der Zahn der Napfschnecke aus dem härtesten Material der Welt besteht, erfahren Kunden der ÖBB aus deren Plakatserie zwecks Bewerbung von Werbeflächen. In Tom Hirds "Ozeanopädie" ist noch einiges mehr über diesen kleinen Meeresbewohner nachzulesen. Es ist nur eines von 291 kurzen Kapiteln, in denen der sendungsbewusste Meeresbiologe seinen Lesern auf 350 Seiten ganz viel Wissen über die Ozeane und ihre Bewohner vermittelt. Dabei geht es ihm vor allem darum, uns - die Konsumenten, die mit ihrem Geld ein gar nicht zu unterschätzendes Steuerungsmittel in der Hand haben - dafür zu sensibilisieren, was den Meerestieren angetan wird durch Unbedachtsamkeit, fahrlässige Umweltverschmutzung oder ganz bewusste Jagd. Und da ist die Haifischflossensuppe nur die Spitze des Eisbergs, wenngleich eine plakative.

Die teilweise bedrohten Haie waren es auch, die es Hird, der in Surferkreisen als "Der Kugelfisch" bekannt wurde, besonders angetan haben. Doch weil sie nur ein Teil der maritimen Nahrungskette sind, befasst sich der Meeresbiologe auch mit zahlreichen anderen Lebwesen, die unsere Ozeane bevölkerung, und weiß jeweils ein paar spannende Absätze zu erzählen, von tausende Kilometer weiten Wanderungen von Blauhai oder Europäischem über wenig bekannte Giftigkeiten etwa von Kegelmuscheln bis hin zu Eigenheiten im Siedlungsverhalten der Eingeweidefische, die es sich etwa im Anus von Seegurken gemütlich machen.

Jede Seite bringt neue Erkenntnisse, und mit jedem Tier wird es noch spannender. Das liegt nicht nur an Hirds gutem Erzählstil (in der Kürze liegt die Würze), sondern auch daran, dass das Meer einfach voll interessanter Lebewesen ist. Und die gilt es zu schützen.