Endlich darf Sofia zu Weihnachten alleine bei ihrer Oma übernachten. Doch die Großmutter ist nicht mehr die Jüngste und ist manchmal schon ein wenig verwirrt, weshalb Sofias Mutter kein gutes Gefühl dabei hat, die Achtjährige und ihre Großmutter alleine zu lassen. Tatsächlich fällt die Oma fast von einer Trittleiter, landet ein versehentlich bestellter zweiter Truthahn am Ende in der Waschmaschine und brennt der Napfkuchen aus Unaufmerksamkeit an.

Trotzdem sieht Sofia nicht ein, dass ihre Oma in ein Seniorenwohnheim ziehen und ihre schönes, altes Haus verlassen soll. Denn dort duftet alles nach Oma, dort herrscht die perfekte, gemütliche Unordnung, dort stößt Sofia auf Schritt und Tritt auf schöne Erinnerungen, und dort steht ihr geliebtes Übernachtungsbett - wobei sie noch lieber mit Oma im Doppelbett kuschelt. Vor allem aber ist Omas Rumpelkammer voller schöner Dinge, mit denen die beiden herrliche Spiele spielen. Doch Sofias Mama ist unerbittlich, weil sie sich so große Sorgen um ihre Mutter macht. Nur Sofias Papa versteht die Bedenken seiner Tochter und versucht ihr dabei zu helfen, die Situation besser zu verkraften.

Bette Westera behandelt das Thema Demenz und Gebrechlichkeit auf höchst behutsame Weise und bringt dabei auch die kindliche Sicht auf das Älterwerden der Großelterngeneration mit hinein. Liebevoll schildert sie, wie eine Enkelin zwischen Trotz und Sorge um ihre Oma schwankt und spart dabei auch nicht mit Situationskomik, in der gleichzeitig ein gewisses Maß an trauriger Realität steckt. Gut 200 Seiten braucht Sofia, um sich daran zu gewöhnen, dass ihre Oma jetzt "im Heim" ist - wobei die Autorin einerseits diesen Begriff meidet und andererseits zwar den bitteren Beigeschmack zwar nicht ignoriert, aber auch die positiven Seiten des betreuten Wohnens hervorkehrt. Es ist also auch ein Stück Versöhnung mit dem Altwerden, was sie hier vermittelt.

Bette Westera: Omas Rumpelkammer
Susanna Rieder Verlag; 205 Seiten; ab 7 Jahren; 16,50 Euro