Stockholm. Katarina Frostenson tritt nach monatelangem Streit aus der Schwedischen Akademie aus. Die Schriftstellerin habe beschlossen, die Akademie zu verlassen, teilte das Gremium am Freitag mit. Allerdings lässt sich Frostenson ihren Rücktritt abgelten: Mit ihr soll eine Übereinkunft erzielt worden sein, dass sie 12.875 schwedische Kronen (rund 1250 Euro) monatlich als Entschädigung erhält. Außerdem soll sie eine Unterstützung bekommen, um weiter in der Wohnung leben zu können, die sie von der Akademie gemietet hat.

Die 65-jährige schwedische Lyrikerin stand monatelang im Zentrum der schwersten Krise, mit der das Literaturnobelpreis-Komitee jemals konfrontiert war. Frostensons Ehemann, der Regisseur Jean-Claude Arnault, wurde in Stockholm wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Darüber hinaus wirft die Akademie Frostenson vor, die Gewinner des Literaturnobelpreises an ihn vorzeitig ausgeplaudert zu haben. Frostensons ursprüngliche Weigerung, das Gremium zu verlassen, führte zu so zahlreichen Rücktritten, dass keine Beschlussfähigkeit mehr gegeben war, zumal die Statuten eine Nachbesetzung nur im Todesfall eines Mitglieds vorsahen. Nach einer Statutenänderung und Frostensons Rückzug könnte die Literaturnobelpreis-Krise nun beigelegt sein.