Rainer Reinisch ist ein multipler Künstler. Der Kärntner aus dem zweisprachigen Ferlach/Borovlje hat in Wien Architektur studiert und war Stadtbaudirektor in Braunau. Über fünfzehn Jahre war er Architekturkritiker der "Wiener Zeitung". Das Schreiben allein wäre ihm zu wenig. Er fotografiert, collagiert, malt und denkt über die Welt nach. Jüngst hat er wieder einen Roman geschrieben.

"Das Netzflügler-Paradies auf der Rocca Bernarda" erzählt von Mara und deren Söhnen Attilio und Danilo sowie dem Weingut Azienda Cecchoni. Maras Mann, Giuseppe, verlangt vor der Verehelichung, dass sie ihren unehelichen Sohn Attilio Zieheltern überlässt. Noch vor Beginn des Ersten Weltkriegs verunglückt Giuseppe. Danilo, sein leiblicher Sohn, wächst als Einzelkind ohne Vater auf. Maras Liebe erdrückt ihn, Danilo wird zum Sonderling, der sich ausschließlich der Erforschung der Netzflügler, einer Insektenart, widmet.

Mara wird in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs durch eine Kugel ihrer eigenen Leute zum tragischen Opfer. Beim Begräbnis der Mutter treffen die Brüder aufeinander. Attilio, der in Lienz eine Weinhandlung betreibt, setzt alsdann Danilos Kenntnisse über die Netzflügler im Weinbau der Rocca Bernarda um.

Es ist ein kenntnisreiches und gut recherchiertes Buch, das neben dem Lesevergnügen viel Wissenswertes vermittelt.