Das Cover von "Perry Rhodan - Band 3000." - © Illustration: Pabel-Moewig Verlag/Arndt Drechsler
Das Cover von "Perry Rhodan - Band 3000." - © Illustration: Pabel-Moewig Verlag/Arndt Drechsler

Als der damals 25-jährige Perry Rhodan, der Titelheld der gleichnamigen Romanserie, am 8. September 1961 im Verlag Pabel-Moewig sein erstes Weltraumabenteuer erlebte, war seine Lebenszeit begrenzt, und zwar in doppelter Hinsicht: Erstens war die Romanfigur sterblich, zweitens war die Reihe auf nur 50 Hefte angelegt.

Fast 58 Jahre später ist "Perry Rhodan" nicht nur die Science-Fiction-Serie mit den meisten Folgen (wöchentlich kommt ein neues Heft heraus), sondern überhaupt die längste fortlaufende Erzählung der Literaturgeschichte. Am 9. Februar wird Band 3000 im Rahmen einer großen Party im Münchner Literaturhaus vorgestellt (am 15. Februar kommt er in den Handel). Die bisherigen Hefte umfassen rund 180.000 Seiten; dazu kommen knapp 2500 weitere Ausgaben in Nebenserien, Sonderpublikationen und Comics sowie mehr als 1000 Hörbücher.

Alterslos dank Zellaktivator

Der Serienheld selbst ist mittlerweile so gut wie unsterblich, weil ihn die Superintelligenz ES mit einem Zellaktivator ausgestattet hat, und feiert am 8. Juni seinen 3696. Geburtstag (geboren wurde er der Legende nach 1936 in Manchester, Connecticut). Die Handlung der Serie, die 1971 begonnen hat, spielt sich aber nicht nur in einer fortlaufenden Zeitrechnung ab, sondern es gab und gibt auch immer wieder große Sprünge in die eine oder andere Richtung. "Wir waren mit der Geschichte schon zehn Millionen Jahre in der Vergangenheit und eine Milliarde Jahre in der Zukunft, außerdem schon auf der Rückseite des Universums, in verschiedenen Kosmen und Kontra-Universen", erzählt Leo Lukas.

Der Kabarettist, seit Band 2059 einer von aktuell elf "Perry Rhodan"-Autoren, kennt die Probleme von Zeitreisen in einer so großen Serie: "Die ersten Autoren in den 1960ern haben mit Blick auf die ursprüngliche Limitierung auf 50 Hefte fröhlich drauflos geschrieben und sich schamlos diverse Dinge zusammengesponnen, die uns zum Teil bis heute nachhängen. Zum Beispiel wurde früh eine Figur eingeführt, die die Zeit von Anfang bis Ende durchreist hat und daher alles weiß. So was ist natürlich dramaturgisch tödlich. Wir konnten sie dann irgendwo parken, wo sie nicht stört."

Auch die Zellaktivatoren, die mehrere wichtige Figuren tragen, entsprangen pragmatischen Überlegungen: Als klar war, dass die Serie weiterlaufen würde, mussten die Autoren verhindern, dass ihnen ihre Protagonisten irgendwann wegsterben. "Es sind aber schon etliche Zellaktivatorträger gestorben", betont Lukas. "Sie altern nicht mehr biologisch, sind aber nicht unsterblich und könnten durch Fremdeinwirkung getötet werden. Allerdings sind sie unempfänglich gegen Gifte und andere negative Einflüsse."