Rechts- oder Linkswalzer? Franzobel mit Ehefrau Maxi Blaha am Wiener Opernball 2010. - © picturedesk.com/Schöndorfer
Rechts- oder Linkswalzer? Franzobel mit Ehefrau Maxi Blaha am Wiener Opernball 2010. - © picturedesk.com/Schöndorfer

Wir sind im Jahr 2024. Auf den Straßen sind nur mehr gutgekleidete durchtrainierte junge Menschen mit Tablets zu sehen. Statt mit Autos, die sehr kompliziert geworden sind, beschäftigen sich Männer in ihrer Freizeit jetzt mit Grillern und tragen Kochschürzen mit dämlichen Aufschriften.

Malte Dinger freut sich seines Lebens. Sein Getränkehandel und sein Comptoir, in dem er Gin-Cocktails und erlesene kulinarische Spezialitäten anbietet, laufen prächtig. Nicht minder formidabel gedeiht sein Sohn Carvin, der sich bereits mit vier Jahren das Lesen beigebracht hat, alle Strophen der Marseillaise kann und und schon exzellent Schach spielt. Mit Carvins Mutter Elvira ist Malte, während rundherum Beziehungen zerbrechen, noch immer zusammen. Dass im Land nach dem Scheitern der türkis-blauen Koalition nun eine Regierung mit absolutistischen Zügen und extrem limitierter Kritikverträglichkeit herrscht, macht ihm keine besonderen Sorgen. Es geht ihm ja gut.

Fänge der Justiz

Malte hat eben Carvin zur Schule gebracht, da erwischt ihn in der U-Bahn eine Fahrscheinkontrolle. Blöderweise hat Elvira sich seine Monatskarte ausgeborgt und ihm diese nicht zurückgegeben. Um die Strafe bar zu bezahlen, fehlen ihm drei Euro. Und weil Malte kürzlich für einen teuren Möbelkauf den ganzen Rahmen aufgebraucht hat, spuckt der Bankomat kein Geld aus. Als auch noch ein Polizist dazukommt, dem Malte aus einem Reflex heraus einen Zahn ausschlägt, wird er festgenommen. Mit Renitenz, Trotz und trügerischem Vertrauen in das Recht verstrickt er sich immer tiefer in die Fänge der Justiz.

Just als er nach einem endlosen Monat U-Haft doch herauskommen sollte, wird sein Zellengenosse, ein bekannter Lobbyist, ermordet aufgefunden. Malte wird die Tat in die Schuhe geschoben und er fasst dafür 25 Jahre Haft aus. Als er aber um Weihnachten mit anderen Häftlingen von der Justizvollzugsanstalt Josefstadt nach Stein überstellt werden soll, wird das Transportfahrzeug auf der Autobahn von Komplizen georgischer Schwerkrimineller überfallen. Malte kommt frei und wird von seinem zufällig vorbeifahrenden ehemaligen Mitarbeiter Jules aufgelesen. Bei ihm finden er und Filz, ein weiterer unschuldig verurteilter (Ex-)Häftling, Unterschlupf.

Währenddessen ermittelt Kommissar Falt Groschen in einem Mordfall, bei dem ein moldawischer Witwentröster innerlich verbrüht worden ist. Was aufs Erste wie ein bizarrer Sex-Unfall aussieht, führt zu einer moralisch verrotteten, reichen Unternehmer-Familie, zu weiteren Morden - und zu einem unfassbaren Deal der österreichischen Regierung mit Saudi-Arabien.