Der achte Roman des indischen Schriftstellers Vivek Shanbhag beginnt ruhig und harmlos: Der junge Mann, dem man in einem Coffee House begegnet, scheint viel Zeit zu haben. Man erfährt, dass er als Frühstücksdirektor von seinem Onkel ausgehalten wird, seit 30 Stunden nicht mehr zu Hause war, dass seine Familie dort auf ihn wartet, auch der Onkel, dem alle ihren Reichtum verdanken.

Als sein Vater noch als kleiner Handelsvertreter die Familie ernähren musste, hielten Mitgefühl, Anteilnahme und ein gemeinsames Ziel die Mitglieder zusammen. Der Wohlstand und die geweckten Bedürfnisse haben ihre Moral zersetzt. Um den Lebensstandard zu erhalten, zahlen alle einen hohen Preis - beziehungsweise lassen andere dafür zahlen.

Immer bedrohlicher wird die Atmosphäre: Korruption, Ungleichheit und familiäre Strukturen der indischen Gesellschaft oder der Gewürzhandel vor dem Hintergrund der Geschichte des Landes sind nur einige Themen dieser spannenden, an Anspielungen reichen Familiengeschichte.

Vivek Shanbhag hat "Ghachar Ghochar" in der Sprache des südindischen Bundesstaates Kanataka geschrieben. Die deutsche Fassung wurde aus dem Englischen übertragen.