"wieso ich lieber lyrik als romane schreibe? /weil ich faul bin. ende des gedichts. /nein."

Es geht tatsächlich noch weiter, das "gedicht", erklärt aber nicht so wirklich, warum Martin Amanshauser, dieser in Wien lebende, witzige, umtriebige und gar nicht faule Autor und (Reise-)Journalist, sich diesmal nicht zur großen narrativen Form aufschwingen will (die er ja auch beherrscht - zuletzt etwa in dem Roman "Der Fisch in der Streichholzschachtel", 2015).

Und so legt er nunmehr, in Nachfolge seines beschwörend benannten - und vermutlich unerfüllt gebliebenen - Gedichtbandes "100.000 verkaufte Exemplare" (2002), wieder ein Buch in Strophenform vor, das keinen gehobenen lyrischen Tonfall anschlägt, sondern lieber "zahnseidenpoesie" liefert (so lautet ein Gedicht), die sich - in "Sonett mit Zusatz" - etwa so liest:

". . . Für dich bin ich der irre Dichter/ der dich erleuchten kann. (Wann fängt der Großbrand an?)/ Ich bringe dir sozusagen Lichter //oder zum Auslöschen einen Schwamm./ Du willst mich gar nicht? So will ich dich nichter./ Bin trotzdem dein Liebesmann. (Stalker auf Instagram.)

Ansonsten wird in der kleinen Form munter drauflos erzählt, kommentiert, persifliert, agitiert, gesprachspielt und gereimt. Am besten, man springt in diesem purzelbaumhaften Buch selbst hin und her, dann findet man genügend skurrile und auch gehaltvolle Stellen - mitunter sogar kleine Romane. Wir brauchen gar keine dicken großen. Geht auch so.