Zugegeben, man muss sich erst einmal daran gewöhnen, dass der fiktive Papst Petrus (Ähnlichkeiten mit Franziskus sind sicher gewollt) dermaßen in pikante private Angelegenheiten seiner Pressesprecherin hineingezogen wird, dass er sich auch schon einmal im Priestermantel inkognito in eine Wohnung einschleicht, um Beweise im Zusammenhang mit einem Mordversuch zu suchen.

Hat man diese Hürde als Leser einmal genommen, liegt ein wie immer solide gezimmerter Roman vor einem, in dem der Pontifex herzerfrischend bodenständig ist, inmitten einer intriganten Kurie und in diesem Fall auch einer alten römischen Familie, in der Macht und Standesdünkel offenbar wichtiger sind als persönliches Wohlergehen. Konkret soll die päpstliche Pressesprecherin Giulia - ihres Zeichens eine bildhübsche Frau, die insgeheim in den päpstlichen Privatsekretär Francesco, einen Franziskanermönch, verliebt ist (und vice versa) - binnen einer Woche heiraten, damit das Erbe des Patriarchen (eines Kardinals, der sich als Privatier zurückgezogen hat) nicht für die gesamte Familie verloren geht. Doch dann ertrinkt Giulia fast im Pool, und für sie und Petrus ist klar: Es war ein Mordversuch - und rundherum lauter Verdächtige mit Motiven.

Was folgt, ist das, was die Leser von Johanna Alba und Jan Chorin gewohnt sind: Papst Petrus zieht viele Strippen, schont auch sich selbst nicht und löst am Ende den Fall. Dabei gibt es manches zu schmunzeln, aber auch kritische Seitenhiebe auf vatikanische Missstände. Und weil ausgerechnet der Mönch Francesco Giulias Alibi-Bräutigam spielt, mit dem sie ihren potenziellen Mörder aus der reserve locken will, hat das Autorenduo auch einen guten Anlass für Gedanken zum Zölibat. Wenngleich all das eher oberflächlich bleibt. Im Grund ist es vor allem leichte Unterhaltung für Ferientage.

Johanna Alba & Jan Chorin: Jubilate!
Rowohlt; 395 Seiten; 10,30 Euro