Man kann Rocco Schiavone durchaus als den Salvo Montalbano Norditaliens bezeichnen, auch wenn Antonio Manzinis Held nicht aus der Gegend stammt, in der er ermittelt. Im Gegenteil wurde Schiavone aus Rom nach Aosta versetzt. Nach einem Dreivierteljahr hat er sich dort endlich halbwegs eingelebt – da wird in seiner Wohnung die Frau eines guten Freundes erschossen. Das versetzt ihn direkt in seine dunkle römische Vergangenheit, denn es geht eindeutig um offene alte Rechnungen. Wie immer verhält sich Schiavone bei der Täterjagd nicht nur stur und eigensinnig, sondern ist auch extrem scharfsinnig und spitzzüngig. Ein echter Krimi-Genuss, dem übrigens auch Montalbanos Schöpfer Andrea Camilleri Rosen streut.

Antonio Manzini: Ein kalter Tag im Mai
Rowohlt; 10,30 Euro