Im Jahr 1976 war "Mitteilung an den Adel" erschienen, Elisabeth Plessens erstes Buch, in dem sie gegen das Verschweigen und die Traditionsversessenheit ihrer Familie und generell des Adels in der BRD anschrieb. Das Buch hatte einen Skandal hervorgerufen, Plessen wurde als "Nestbeschmutzerin" beschimpft.

Elisabeth Charlotte Marguerite Auguste Gräfin von Plessen wurde 1944 in eine dänisch-holsteinische Linie eines Adelsgeschlechts geboren. In ihrem Roman "Die Unerwünschte" erzählt die Übersetzerin (u.a. von Theaterstücken von William Shakespeare, Henrik Ibsen und Sarah Kane) und Autorin von Prosa und Lyrik nun die Familiengeschichte von Charlotte und ihrer Großnichte Alma über mehrere Generationen hinweg.

In einem toskanischen Badeort treffen beider - höchst verschiedene - Perspektiven auf die Welt und ihre bunte Verwandtschaft aufeinander. Wegen Männermangels mussten nach 1945 die Frauen der norddeutschen Gutsbesitzerfamilien Verantwortung übernehmen. Es war der Aufbruch in eine neue Zeit, in der die adelige Herkunft bald kaum noch eine Rolle spielen sollte.

Poetisch und klar, mit Liebe zum Detail erzählt Plessen, die abwechselnd in Berlin und in der Toskana lebt, von einer untergegangenen Gesellschaft auf norddeutschen Ländereien und dem Wandel bis ins 21. Jahrhundert.