Könnten diese Erkenntnisse unsere Wirtschaft tatsächlich verändern?

Ich gehe davon aus, dass das einige genauer anschauen werden. Da kann man auch Themen wie Vermögens- oder Erbschaftssteuern aus einer ideologisch-moralischen Debatte herausholen und mathematisch und sachlich nachweisen, dass genau solche Steuern, richtig eingesetzt, nicht Wachstum hemmen, sondern fördern. So wird gerne vergessen, dass die USA bis in die 1960er bis zu 90 Prozent Spitzensteuersatz hatten - und das war die sogenannte Wirtschaftswunderzeit.

Das heißt aber, die Reichen müssten auf jeden Fall etwas hergeben.

Erst einmal ja. Man muss aber auch fragen: Wo kommt denn ihr Reichtum her? Für die USA weisen die Londoner Mathematiker nach, dass seit den 1980ern Geld von den ärmeren Bevölkerungsschichten zum reichsten Prozent umgeschichtet wurde. Der Teufel scheißt halt immer auf den größten Haufen. Ungleichheit ist ja so alt wie die menschliche Gesellschaft, deshalb wird schon in der Bibel ein Jubeljahr gefordert, in dem umverteilt werden sollte.