Wien  - Die mit je 10.000 Euro dotierten Österreichischen Staatspreise für literarische Übersetzung 2018 gehen an Cornelius Hell und Maja Badridse (Georgien). Die Auszeichnungen werden am 30. Juni, 11.30 Uhr, im Literaturhaus Wien überreicht. Die Festrede hält die Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl.

Cornelius Hell ist neben seiner Tätigkeit als Literaturkritiker und Publizist seit rund 20 Jahren als Übersetzer und Vermittler von Literatur aus dem Litauischen tätig, der Österreichische Staatspreis würdigt nun sein Lebenswerk als literarischer Übersetzer, das einen Querschnitt durch die zeitgenössische litauische Literatur darstelle. "Dank seiner großen stilistischen und idiomatischen Sicherheit und seiner Fähigkeit, den Ton des Originals präzise zu treffen, findet Cornelius Hell in seinen Übersetzungen überzeugende, natürlich klingende Lösungen, was nicht zuletzt deshalb eine besondere Leistung darstellt, weil sich das Deutsche strukturell stark vom Litauischen unterscheidet", so die Jury-Begründung.

Maja Badridse ist studierte Germanistin und arbeitet als Verlagslektorin und Übersetzerin deutschsprachiger Literatur in Tbilissi. Ihre Übersetzungstätigkeit weckte in Georgien das Interesse für die österreichische Literatur, durch ihre mit dem Gala-Preis ausgezeichnete Übersetzung wurde Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" einem breiten Publikum bekannt. Auch  Werke Hermann Brochs ("Der Tod des Vergil", "Die Schlafwandler") fanden durch sie den Weg ins Georgische. "Der Name Maja Badridse gilt als Qualitätsmerkmal für die Übertragung österreichischer Literatur in eine Sprache, die der Deutschen so fern ist", so die Aussendung.(apa)