"Bist du echt?", fragt Miranda Charlie in einer leidenschaftlichen Liebesnacht und verleiht damit der essenziellen Thematik des Romans Ausdruck. Was ist das schon, ein echter Mensch?

Adam beispielsweise ist ein gut aussehender Kerl, hilfsbereit und zuvorkommend. Auf die Idee, dass es sich bei ihm um eine Maschine handelt, kommt eigentlich niemand. Doch Adam ist einer aus einer Serie von insgesamt 25 Robotern, 12 Adams und 13 Eves, die soeben auf den Markt gekommen sind. 85 Kilo, lebensechte Haut, funktionierende Schleimhautmembranen, "recht gut bestückt", und ein Stromkabel, das aus seinem Bauchnabel hervorkommt, um ihn aufzuladen.

Charlie, der etwas antriebslose, aber sympathische Antiheld mit Interesse für Anthropologie, entschließt sich, sein Erbe für den Ankauf von Adam aufzubrauchen. Er ist in seine Nachbarin Miranda verliebt und voll der Hoffnung, dass, wenn er sie in den Besitz miteinspanne, dies ihre Beziehung vertiefen könnte. Doch es kommt anders als geplant - in vielerlei Hinsicht.

Überlegener Roboter

Der Roboter ist den Menschen in jeder Hinsicht überlegen. Er ist der Moralischere, der Intelligentere, der Belesenere. Das Geld, das Charlie in mühsamer Arbeit an der Börse verdient hat, vervielfacht Adam in kürzester Zeit und macht seinen Besitzer damit reich - zumindest vorübergehend.

Gleichzeitig formt er aber auch seine Persönlichkeit, lernt aus Situationen und entwickelt schließlich sogar Gefühle, was dazu führt, dass er seinen Ausschaltknopf selbst deaktiviert: Er möchte nicht mehr deaktiviert werden. Zudem verliebt er sich ebenfalls in Miranda und es kommt zu einer einmaligen Liebesnacht, was Charlie beiden sehr übel nimmt.

Miranda versucht zu beschwichtigen, doch Charlies Eifersucht auf Roboter Adam ist stärker. Dieser beteuert: "Ich habe Gefühle. Gefühle, die tiefer reichen, als ich es zu sagen vermag." Auf den Einwand Charlies, dass er das wohl kaum beweisen könne, meint Adam lakonisch: "Wohl wahr. Ein altes Problem", und schwört, dass etwas Derartiges nie wieder vorkommen werde. Er beschränkt sich nunmehr darauf, Haikus für seine Angebetete zu verfassen. Alle möglichen, sprich alle, die möglich sind - nach einem Algorithmus am Fließband.

Bald entwickelt sich Adam zu einem treuen Gefährten, und auch der Leser überwindet rasch das anfängliche Misstrauen. Vergessen das gebrochene Handgelenk, das Adam seinem Besitzer zugefügt hatte, als der ihn einmal zu oft deaktivieren wollte. Denn Adam ist sympathisch, Moral ist ihm wichtiger als so manchem Menschen. Dass Adam in seiner geistigen Genialität und zuvorkommenden Art den idealen Schwiegersohn abgeben würde, führt zu einer der witzigsten Stellen im Roman.