"Wer sich im Warten eingerichtet hat, der ist niemals einverstanden mit seinem Ende, glaubt sich betrogen um die halbe Atemluft." Berta Isla glaubt manchmal, "ihr Mann sei ihr Mann", und manchmal glaubt sie es nicht. Sie erkennt ihn nicht wieder, nachdem er so viele Jahre für längere Perioden untergetaucht, ein Doppelleben geführt und weder ihr noch den gemeinsamen Kindern je erzählt hat, wo er in dieser Zeit war und was er getan hat.

In Javier Marías Roman "Berta Isla" ist Berta und Tomás seit der Schulzeit klar, dass sie ihr Leben zusammen verbringen wollen. Doch als Tomás - halb Spanier, halb Engländer - zum Studium nach Oxford geht und Berta in Madrid bleibt, treibt ein Vergehen Tomás’ einen verheerenden Keil zwischen das Paar.

Der Spanier Javier Marías wurde in den 1990er Jahren mit seinem Bestseller "Mein Herz so weiß" auch im deutschsprachigen Raum bekannt. Nun hat er einen in Umfang und Sprache gewohnt opulenten Roman über Fremdheit zwischen Liebenden und den Wandel einer großen Liebe, über Erinnerung, Identität, das Warten und Loyalität geschrieben. Multiperspektivisch und detailreich erzählt, verdichtet Marías durch lange Sätze in einer meditativen Sprache die Atmosphäre in diesem berührenden und spannenden Liebes- und Spionageroman.