Lukas Bärfuss, Schweizer Schriftsteller und Dramaturg. - © APAweb/dpa-Zentralbild/Jan Woitas
Lukas Bärfuss, Schweizer Schriftsteller und Dramaturg.
- © APAweb/dpa-Zentralbild/Jan Woitas

Darmstadt. Der Schweizer Schriftsteller und Dramatiker Lukas Bärfuss (47) wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 ausgezeichnet. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung am Dienstag in Darmstadt mit. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Er wird am 2. November in Darmstadt verliehen.

"Mit Lukas Bärfuss zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einen herausragenden Erzähler und Dramatiker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur aus", heißt es in der Begründung der Jury. "Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existenzielle Grundsituationen des modernen Lebens." Es seien Qualitäten, die zugleich Bärfuss' Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleite.

Zu den bekanntesten Werken des vielfach ausgezeichneten Autors gehören die Romane "Hundert Tage" über den Völkermord in Ruanda und "Koala" über den Suizid seines Bruders sowie das Bühnenstück "Die sexuellen Neurosen unserer Eltern".

Bärfuss: "Das ist der Engelskuss"

 Die Auszeichnung mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 ist für den Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss überraschend gekommen. "Damit kann man doch nicht rechnen. Das ist der Engelskuss, der einen da trifft", sagte der 47-Jährige am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur nach der Entscheidung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

"Ich hab mich über jeden Preis gefreut und jeder Künstler und Schriftsteller braucht Anerkennung." Der Georg-Büchner-Preis stehe aber einfach für sich alleine. "In dieser Reihe zu stehen, ist absolut bewegend und berührt mich sehr."

Auszeichnung seit 1951

Die Akademie vergibt die Auszeichnung seit 1951 an Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben".

Zu den Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967) sowie zuletzt Jürgen Becker (2014), Rainald Goetz (2015), Marcel Beyer (2016), Jan Wagner (2017) und im vergangenen Jahr die Schriftstellerin Terezia Mora.

Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner ("Woyzeck"). Er wurde 1813 im Großherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich. Die Auszeichnung wird am 27. Oktober während der Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt verliehen.

Ein Überblick der Georg-Büchner-Preisträger seit 2000:

- 2018 Terézia Mora
- 2017 Jan Wagner
- 2016 Marcel Beyer
- 2015 Rainald Goetz
- 2014 Jürgen Becker
- 2013 Sibylle Lewitscharoff
- 2012 Felicitas Hoppe
- 2011 Friedrich Christian Delius
- 2010 Reinhard Jirgl
- 2009 Walter Kappacher
- 2008 Josef Winkler
- 2007 Martin Mosebach
- 2006 Oskar Pastior
- 2005 Brigitte Kronauer
- 2004 Wilhelm Genazino
- 2003 Alexander Kluge
- 2002 Wolfgang Hilbig
- 2001 Friederike Mayröcker
- 2000 Volker Braun

(dpa, apa)