- © (c) Verlagsgruppe Random House GmbH, Muenchen
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Grayson hat es doppelt schwer: Nicht nur, dass seine Eltern vor acht Jahren bei einem Autounfall gestorben sind, ist der Zwölfjährige in der Schule ein Außenseiter. Das liegt auch daran, dass er seit seiner frühesten Kindheit das Gefühl hat, im falschen Körper zu stecken. Dementsprechend "weibisch" verhält er sich und wird deshalb von einigen Mitschülern gehänselt. Als er dann auch noch für die weibliche Hauptrolle der Persephone vorspricht, kommt es unweigerlich zur Eskalation.

Ami Polonsky beschreibt einfühlsam und ohne allzu viel Pathos und sehr bodennah das Schicksal eines intersexuellen Jugendlichen, der sich seiner Körpergefühle selbst nicht ganz sicher ist, weil sie ihm auch im engsten Umfeld ausgeredet werden. Und der gerade in der Phase, in der er seinen Platz im Leben sucht, dabei auf noch mehr Schwierigkeiten stößt als seine übrigen Alterskollegen. Mobbing ist dabei natürlich auch ein Thema (wobei die Mädchen natürlich von der Reaktion her im Buch viel besser wegkommen als die Burschen). Auch die Frage, inwieweit Erwachsene sich in die Entwicklung Jugendlicher einmischen sollen, greift die Autorin auf. Letztgültige Antworten liefert sie dabei nicht. Aber es ist zumindest ein Denkanstoß und ein Beitrag zur Sensibilisierung - aber auch zur Normalisierung - in Bezug auf dieses Thema.

Ami Polonsky: Und mittendrin ich
cbj; 288 Seiten; ab 12 Jahren; 15,50 Euro