Jetzt ist es also soweit: Franz Eberhofers Saustall soll es endgültig an den Kragen gehen. Weil er und seine Susi samt Paulchen gemeinsam mit seinem Bruder Leopold und dessen Familie ein Doppelhaus bauen, soll Eberhofers Refugium den geplanten Garagen weichen. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, stirbt ihm jetzt auch noch sein alter Hund Ludwig weg.

Er hat also viele private Probleme am Hals, der Herr Dorfpolizist. Dass der aktuelle Mordfall um eine Internet-Stripperin trotzdem aufgeklärt wird, liegt - das muss man unumwunden sagen - zumindest nicht ausschließlich an Eberhofers Einsatz. Man ist fast geneigt, dem Herrn Bürgermeister zuzustimmen, wenn er seinem Polizisten vorhält, dass er zu viel privaten Scheiß im Büro erledigt. Wobei der Dorfchef freilich auch einen gewissen Hang dazu hat, manches zu versemmeln. Umso dankbarer muss der Eberhofer seinem alten Spezl, dem Birkenberger Rudi, sein, der massiv zur Mordaufllärung beiträgt. Allerdings ist ihr Verhältnis etwas angespannt, weil der Rudi nach einem gemeinsamen Autounfall erst im Spital ist, dann auf Reha und am Ende in Eberhofers Saustall-Refugium landet und nervt - zumindest sieht das Eberhofer so.

Er selbst ist allerdings auch nicht gerade ein Kind von Traurigkeit (aktuelle Trauer um den Ludwig einmal beiseitegeschoben), pickt er sich doch ganz schön die Rosinen raus, der Herr Polizist, Jungvater und Fußballfan. Denn wenn der FC Bayern spielt, bleibt alles an der Susi hängen, weil ihr Ehemann beim Dorfwirten bis weit nach der Sperrrstunde festhängt. Aber treu ist er ihr durch und durch. Und er versteht auch ums Verrecken nicht, wie man Online-Strips geil finden kann. Da ist er halt sehr Old School, der Eberhofer,

RIta Falk schwelgt wieder einmal ganz schön in platten Bayern-Männerklischees bei ihrem neuen Provinzkrimi, der diesmal einen kleinen Bonus zu bieten hat: Wir erfahren nämlich am Ende des Buches, wie der Eberhofer einst zu seinem Ludwig gekommen ist. Und danach gibt es natürlich noch ein paar obligatorische Rezepte (unter anderem auch jenes für den titelgebenden Kaiserschmarrn).

Fazit: Eberhofer-Fans werden auch diesmal voll auf ihre Kosten kommen. Wer hingegen bisher noch nicht ganz warm geworden ist mit dem bayrischen Kult-Klischee-Kiberer, dem wird es auch diesmal nicht gelingen.

Rita Falk: Kaiserschmarrndrama
dtv premium; 301 Seiten; 16,40 Euro