Moritz lebt halb im Einkaufszentrum - weil seine Eltern das dortige Eisgeschäft führen und er deshalb seine Freizeit dort verbringt.

Mila lebt ganz im Einkaufszentrum - weil sie mutterseelenalleine auf sich gestellt ist und deshalb ihr Essen aus Mistkübeln klaubt und im Teppichladen übernachtet.

Bis Moritz das begreift, dauert es allerdings fast 150 Seiten. In dieser Zeit hat Moritz Mila kennen und schätzen gelernt und versteht zunächst partout nicht, was die anderen Kinder im Einkaufszentrum gegen Mila haben, die Märchen über ihre Eltern, ihre große Schwester und ihr tolles Kinderzimmer daheim in der Villa erzählt, was Moritz irgendwann doch ein wenig komisch vorkommt, als ihm gewisse Diskrepanzen auffallen. Aber er mag Mila, ihren Stoffelefanten nach ihm benennt, trotzdem. Zumal er offenbar ihr einziger Freund ist.

Barbara Schinko erzählt behutsam die Geschichte zweier Kinder aus unterschiedlichen Welten innerhalb desselben Biotops namens Einkaufszentrum. Es ist die Geschichte einer ungleichen Freundschaft, die beinahe zerbricht - aber das Ende wird für Mila zwar nicht happy, aber zumindest weniger bad. Auch, weil Moritz nicht bloß wegsieht, sondern sich einmischt. Ulrike Möltger hat die passenden Illustrationen dazu aufs Papier gezaubert.

Und das titelgebende Zimteis mit Zitrone? Nun, das hat Moritz' Mutter kreiert, und es erinnert Moritz an Mila: Denn sie ist ein bisschen wie dieses Seltsameis, das aus irgendeinem Grund kaum jemand mag - das aber trotzdem gut ist.