Esthers Familie beherrscht ein großes Thema: Angst. Jedes Familienmitglied hat andere Ängste, vor denen es sich fürchtet - und es geht die Mär, dass jeder und jede an genau dieser gefürchteten Sache sterben wird. So kommt es, dass ihr Vater seit Jahren nicht mehr den Keller verlassen hat und im Haus darüber statt elektrischem Licht Kerzen brennen.

Nur ihre eigene größte Angst kennt Esther nicht. Dafür hat sie vorsichtshalber eine Liste mit 50 potenziellen größten Ängsten erstellt. Und ihr einstiger Schwarm Jonah, der ihr zufällig in einer sehr unangenehmen Situation wieder begegnet (er bestiehlt sie) macht daraus eine Art Bucket List. Sprich: Jonah und Esther arbeiten gemeinsam die 50 Ängste ab, während sie versucht, sich halbwegs wie ein normaler Teenager zu verhalten.

Was dabei herauskommt, ist ein hoffnungslos romantisches Jugendbuch darüber, wie schön das Leben sein kann, wenn man es nur zulässt. Wobei das Ganze wesentlich harmloser daherkommt, als es offenbar die Intention der Autorin war. Denn erst auf den letzten Seiten in ihren Anmerkungen zum Buch erklärt Krystal Sutherland, wie ernst das Thema ist, das ihrem Werk zugrunde liegt: Es geht um suizidgefährdete Jugendliche und wie man ihnen helfen kann. Die Lektüre ist aber auch für psychisch stabile Leser durchaus unterhaltsam.

Krystal Sutherland: "Es muss ja nicht perfekt sein"
cbj; 395 Seiten; ab 12 Jahren; 15,50 Euro