1954 in Neuilly-sur-Seine geboren: Alain Blottière - © Archiv
1954 in Neuilly-sur-Seine geboren: Alain Blottière - © Archiv

Bei einem Wüstentrip werden Baptiste und seine Familie von Dschihadisten entführt. Sie verbringen daraufhin mehrere Wochen in Gefangenschaft, die geprägt ist von Terror, Gewalt und Hass, aber ebenso von der magischen Schönheit der Wüste. Baptiste kann schließlich als Einziger gerettet werden.

Eigentlich ist der, dessen Tod im Titel des Romans ("Wie Baptiste starb") suggeriert wird, also gar nicht tot. Erst noch zögerlich, dann aber zunehmend bereitwillig beantwortet er nach seiner Befreiung seinem ermittelnden Gegenüber zahlreiche Fragen über die traumatischen Erlebnisse: Wie das Leben in Geiselhaft der Dschihadisten war ("für sie war ich gar kein Mensch"); wie er die Wüste erlebte ("die magischen Sterne in der Nacht", "das Glücksgefühl im Schatten bei Tag"), oder ob er Angst hatte ("Ich hatte immer Angst, dass er mich umbringt").

Doch Baptiste ist nicht mehr der, der er vor der Entführung war. Denn seine Entführer gaben ihm den Namen Yumai. Ihr Ziel war es, aus dem vierzehnjährigen Buben einen Krieger zu machen, der an ihrer Seite kämpfen sollte. Baptiste zeigte dafür allerdings wenig Interesse. Und dennoch. Trotz aller Ängste und durchlebten Qualen identifiziert sich Baptiste mit seinem neuen Ich mehr als mit seinem alten.

Der französische Autor Alain Blottière (Jg. 1954) hat für diesen so einfühlsamen wie beklemmenden Roman eine wahre Begebenheit als Ausgangspunkt genommen, beleuchtet die psychologische Seite einer Extremsituation, indem er den Leser immer weiter in die Erinnerungen Baptistes führt, die schließlich eine furchtbare Erkenntnis freilegen. Ein Pageturner, mit sanft poetischem Tonfall und kurzweiliger Lesedauer.