Tom Zürcher erzählt, wie es im Inneren einer Schweizer Band aussieht und zugeht . . . - © Salis Verlag
Tom Zürcher erzählt, wie es im Inneren einer Schweizer Band aussieht und zugeht . . . - © Salis Verlag

"Ist das Ihr erstes Bewerbungsgespräch?", will die Personalerin der Schweizerischen Bankanstalt von Dick Meier wissen, als dieser, nach seinen Stärken gefragt, antwortet, er könne essen, was er wolle, ohne zuzunehmen. Dick hat sich beim Jurastudium genug gelangweilt, bricht es ab und will nun sein eigenes Geld verdienen, um aus seinem einengenden Elternhaus ausziehen zu können. Erstaunlicherweise wird er eingestellt, der Arbeitsmarkt ist der Personalerin zufolge "ausgetrocknet". An seinem ersten Arbeitstag bringt Dick Cremeschnitten aus der Confiserie Sprüngli mit, "die wirklich teuer waren" - und die er fast alle alleine isst. Und als er am Abend eine Wohnung besichtigt, ruft seine Mutter an und fragt, wo er bleibt, sein Vater hätte schon die Zeitung zusammengelegt.

"Mobbing Dick" beginnt als harmloser, höchst amüsanter Roman über einen Spätzünder, der im spießigen Elternhaus feststeckt. Der Züricher Autor Tom Zürcher (Jg. 1966), dessen Roman auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gelandet ist, lässt Dick jedoch bald in persönliche Verwicklungen in der Bank geraten, infolge derer er nur allzu gern wieder "sein Studierzimmer einrichten, Vorlesungen besuchen und mit den Eltern im Wald spazieren" würde.

Anfangs ist es nur als Scherz, als kleine Rache an der Erwachsenenwelt gedacht, dann aber kann Dick nicht mehr damit aufhören: nämlich in der Bank alle um sich herum zu mobben. Bald verschwimmen die Grenzen zwischen dem alten Dick und Mobbing Dick - aufgrund der skurrilen Weltsicht des Antihelden und des verqueren Sprachwitzes ein faustisches Vergnügen.