Finn ist groß und irgendwie anders als die gleichaltrigen Kinder, die Lena kennt. Denn er schaut manchmal komisch drein, spricht komisch und macht auch komische Sachen. Lena ist aber jung genug, um das Konzept von Behinderung noch nicht zu kennen. Und so verbindet sie mit Finn, der in einem Behindertenwohnheim lebt, eine Freundschaft, die so unbeschwert ist, wie sie nur sein kann. Bloß mit manchen Situationen kann Finn einfach nicht umgehen. Aber Lena sieht darüber hinweg, und sie baut sogar eine Schlauch-Telefonleitung, durch die sie ihm zum Einschlafen vorsingen kann.

Und während Lena Finn das gibt, was er braucht - nämlich Zuneigung und Verständnis -, schenkt Finn ihr ein Bild mit einem blauen Herz. Warum blau? Nun, warum nicht? "Das blaue Herz von Finn" ist jedenfalls ein Werbebuch für mehr Inklusion in der Gesellschaft, die im Kindesalter beginnen kann. Weil Kinder das größte Potenzial haben, sich von gesellschaftlichen Konventionen nicht einengen zu lassen. 

Katharina Sieg und Thomas J. Hauck: Das blaue Herz von Finn
Kunstanstifter; 36 Seiten; ab 6 Jahren; 20 Euro