Der kleine Maulwurf liebt es, nachts die Schnauze aus seinem Erdloch herauszustrecken, sich auf einen Stein zu setzen und die leuchtenden Sterne zu betrachten (dass Maulwürfe in echt blind sind und deshalb wohl keine Sterne sehen, ignorieren wir jetzt einfach einmal). Als er eines Tages eine Sternschnuppe sieht, wünscht er sich etwas: nämlich alle Sterne der Welt zu besitzen. Und tatsächlich geht sein Wunsch in Erfüllung, und er kann sich sämtliche Sterne vom Himmel herunter in seine Höhle unter der Erde holen.

Doch rasch stellt er fest, dass sein Besitz ihn vielleicht glücklich macht (wenngleich mit der Zeit ein wenig langweilt), aber andere furchtbar traurig. Denn Reh, Maus, Bär, Fuchs und Eule haben auch stets gerne die schönen Sterne betrachtet und vermissen sie jetzt schmerzlich, weil es nachts stockdunkel ist. Und weil er ein schlechtes Gewissen hat, läuft der Maulwurf davon, tief in den dunklen Wald hinein - wo er die Sternschnuppe kurz vor dem Verglühen findet. Und es wäre kein lehrreiches Kinderbuch, würde er nicht seine Lektion lernen und sich ein Herz fassen: Er wünscht sich die Sterne wieder zurück an den Himmel.

Dass am Ende wieder alles gut ist, gehört ebenso zu einem Kinderbuch dazu. Und dass dafür alle zusammenhelfen, auch. Britta Teckentrup erzählt in warmen Farben und kurzen Sätzen die Geschichte eines Egoisten, der sich eines Besseren belehren lässt, unaufgeregt, ohne allzu hoch erhobenen Zeigefinger und leicht verständlich.

Britta Teckentrup: Der Maulwurf und die Sterne
Ars Edition; 32 Seiten; 15,50 Euro; ab 3 Jahren