Weltweit gehen Jugendliche auf die Straße und protestieren gegen die Trägheit der Klimapolitik. Woche für Woche tauchen neue Schreckensmeldungen über Gletscherrückgänge und diverse Naturkatastrophen auf. Der Klimawandel ist also in den Köpfen der Menschen angekommen. Doch er stellt nur die Spitze des Eisbergs namens Zerstörung der Schöpfung dar. Und die kommt nicht überraschend, wie der Wissenschaftsjournalist Alexander Buschenreiter feststellt. Der langjährige Vertraute der Sioux- und Hopi-Indianer, mit denen er seit 1981 enge Kontakte pflegt, legt mit "Unser Ende ist euer Untergang" eine mehr als 300 Seiten umfassende Mahnschrift vor, in der er die Weisen der Hopi ausführlich zu Wort kommen lässt.

Es ist ein Appell zur Bewahrung der Schöpfung von einem Volk, das dem Untergang geweiht ist. Und es ist ein tiefer Einblick in Riten und Lebensweise der nordamerikanischen Ureinwohner. Dass das Buch bereits vor 35 Jahren zum ersten Mal erschienen ist (Buschenreiter hat es nun den aktuellen Ereignissen geschuldet adaptiert), merkt man beim Lesen nicht. In seiner Ausführlichkeit bedarf es freilich einiger Aufmerksamkeit. Leichte Lektüre ist das Buch keine, nicht nur wegen des Inhalts, sondern auch wegen der Dichtheit des Textes. Wer sich allerdings für die Hopi und ihr Schicksal interessiert, der erfährt mehr, als er jemals erwartet hätte.

Alexander Buschenreiter: Unser Ende ist euer Untergang
Die Botschaft der Hopi an die Welt
Authal Verlag; 326 Seiten; 15,40 Euro