Im Jahr 1924 begann sich das Blatt für Faulkner allmählich zu wenden. Mit der Veröffentlichung seines Gedichtbandes "Der Marmorfaun" fasste er den Entschluss, den Beruf des Schriftstellers zu ergreifen. Er kündigte seinen verhassten Posten an der Universität und zog ins Künstlerviertel von New Orleans. Auf Anregung des Schriftstellers Sherwood Anderson widmete sich Faulkner der Arbeit an seinem 1926 veröffentlichten Debütroman "Soldatenlohn". Nach einer sechsmonatigen Europareise mit dem Maler William Sprattling kehrte er wieder nach Oxford zurück, wo er nachts im Heizhaus der Universität schuftete und tagsüber an seinem zweiten Roman, "Moskitos" (1927), schrieb.

Während diese beiden Werke konventionell blieben und auf wenig positive Resonanz bei den Literaturkritikern stießen, gelang Faulkner mit "Sartoris" (1929) ein erster Achtungserfolg. Die stark gekürzte Fassung des erst 1973 in voller Länge unter dem Titel "Flags in the Dust" veröffentlichten Romans verbindet die Geschichte von zwei desillusionierten Kriegsheimkehrern mit Faulkners eigener Familiengeschichte in einer Kleinstadt des amerikanischen Südens.

Faulkners intensive Beschäftigung mit der eigenen Herkunft gab den Auftakt zur Schaffung literarischer Meisterleistungen. In den nächsten sieben Jahren entstanden vier modernistische Romane mit wechselnden Erzählperspektiven, komplexen Sprachbildern und diskontinuierlichen Handlungsstrukturen. Ihr gemeinsamer Schauplatz ist Jefferson, der Verwaltungssitz von Yoknapatawpha County, dem fiktionalisierten Heimatbezirk des Autors.

Finanzielle Probleme

"Schall und Wahn" von 1929 schildert die zerstörerische Macht inzestuös-emotionaler Verstrickungen innerhalb der Familie Compson. In "Als ich im Sterben lag" (1930) werden die tragikomischen Erlebnisse der Familie Bundren bei der Überstellung einer Leiche während eines Mississippi-Hochwassers berichtet.

"Licht im August" (1932) veranschaulicht die gefährlichen Auswirkungen einer rassistischen Gesellschaft auf das Selbst- und Fremdbild des weißen Wanderarbeiters Joe Christmas. In "Absalom, Absalom!" (1936) wird der katastrophale Einfluss von Geschichtsbesessenheit und Vergangenheitsverklärung auf die Familie Sutpen berichtet.

Finanzielle Schwierigkeiten und eheliche Konflikte begleiteten Faulkners schriftstellerische Karriere. Obwohl er Estelle Oldham nach ihrer Scheidung 1929 heiratete, war das Eheglück nur von kurzer Dauer. Ihr aufwendiger Lebensstil überstieg schon bald Faulkners beschränkte Geldmittel. Der geringe Verkaufserlös aus seiner anspruchsvollen Literatur und der hohe Kaufpreis von Rowan Oak, eines in Oxford gelegenen Herrenhauses aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg, sorgten für angespannte Finanzen.

Zusätzlich belastete der Tod der ersten Tochter, Alabama, nur wenige Tage nach ihrer Geburt 1931, die Beziehung. Immer häufiger griffen die Ehepartner zum Alkohol, um ihre Probleme zu vergessen. Noch bevor die zweite Tochter, Jill, 1933 zur Welt kam, ließ sich Faulkner von Metro-Goldwyn-Mayer als Drehbuchautor engagieren. Aus seiner Feder stammten u.a. die Dialogszenen zu den kommerziell erfolgreichen Verfilmungen von Ernest Hemingways "Haben und Nichthaben" (1944) und Raymond Chandlers "Tote schlafen besser" (1946). Doch die langen Zeiten der Abwesenheit aus Oxford entfremdeten ihn immer mehr von seiner Frau, sodass er eine leidenschaftliche Affäre mit Meta Carpenter, der Sekretärin des bekannten Hollywood-Regisseurs Howard Hawks, einging.