Faulkners Tätigkeit in der Filmindustrie hatte ein Nachlassen seiner literarischen Schöpferkraft zur Folge. Erst der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs veranlasste ihn, sich einem ambitionierten Literaturprojekt zuzuwenden, das ihn fast zehn Jahre lang begleiten sollte. "Eine Legende" (1954) handelt von einer Meuterei eines französischen Regiments im Ersten Weltkrieg, die einen kurzen Waffenstillstand an der Front auslöst.

Noch ehe der allegorisch-symbolisch überladene Antikriegsroman erschien, gelang dem liberal eingestellten Faulkner die Fertigstellung von zwei didaktisch-moralisch angelegten Kriminalromanen zur zeitgenössischen Rassenfrage. In "Griff in den Staub" (1948) wird der Schwarze Lucas Beauchamp eines Mordes beschuldigt und vom weißen Rechtsanwalt Gavin Stevens vor der Lynchjustiz bewahrt.

Erfolgreiche späte Jahre

Der Verkauf der Filmrechte an Metro-Goldwyn-Mayer brachte Faulkner die lang ersehnte finanzielle Absicherung. In "Requiem für eine Nonne" (1951) klärt Gavin Stevens den durch eine Weiße begangenen Kindsmord auf, für den die Schwarze Nancy Mannigoe irrtümlich verurteilt und hingerichtet wird.

Beruflicher Erfolg und persönliche Anerkennung krönten die letzten Lebens- und Schaffensjahre von William Faulkner. Bereits 1939 und 1949 wurde dem Schriftsteller der O.-Henry-Preis für seine Kurzgeschichten "Brandstifter" und "Eine Werbung" verliehen. 1950 empfing er die William-Dean-Howells-Medaille der American Academy of Arts and Letters, in die er zwei Jahre zuvor aufgenommen worden war. 1950, als seine gesammelten Erzählungen mit dem National Book Award ausgezeichnet worden waren, reiste er in Begleitung seiner Tochter Jill nach Stockholm, wo ihm der Nobelpreis für Literatur 1949 überreicht wurde.

Für "Eine Legende" erhielt er den Pulitzer-Preis 1954 und den National Book Award 1955. Während die drei Romane über den Aufstieg der raffgierigen Familie Snopes - die Trilogie besteht aus "Das Dorf" (1940), "Die Stadt" (1957) und "Das Haus" (1959) - ohne Auszeichnung blieben, wurde sein letzter, anekdotisch aufgebauter Roman, "Die Spitzbuben" (1962), posthum mit dem Pulitzer-Preis prämiert.

Zu jenem Zeitpunkt lag Faulkner bereits auf dem Friedhof von Oxford begraben, nachdem er am 17. Juni 1962 bei einem Ausritt vom Pferd gefallen und am 6. Juli nach seiner Überstellung ins nahe gelegene Wright’s Sanatorium von Byhalia an einem Herzinfarkt verstorben war.