Die Patriarchin jenes Clans, der Dänemark regiert, wird entführt, kurz bevor sie ihre Söhne, den Premier und den Justizminister, zu sich bestellt hat. Mit ihr verschwunden ist ihr Testament, dafür liegen zwei blutige Plastikstücke - Teile eines alten Regenmantels, wie die Analyse später ergibt - in ihrem Pflegeheimzimmer.

Während die Polizei im Dunkeln tappt, beschattet eine Ich-Erzählerin einen ein paar Jahre älteren Mann in einem einsamen Leuchtturm, den sie aus ihrer Kindheit kennt. Und es wird bald klar, dass das Motiv für das Verschwinden der alten Dame in seiner gemeinsamen Vergangenheit mit den beiden Politikern zu suchen ist. Diese wird in aller Ausführlichkeit aufgearbeitet. Für Erik Valeurs tiefschürfendes Opus braucht man viel Geduld und einen sehr langen Atem.

Erik Valeur: Der Mann im Leuchtturm.
Blanvalet; 508 Seiten; 20,60 Euro