Joseph Roth im Jahr 1926. - © Wikimedia
Joseph Roth im Jahr 1926. - © Wikimedia

Das Jahr 1924 war ein besonderes in der Geschichte der deutschsprachigen Literatur. Thomas Mann veröffentlichte seinen epochalen Roman "Der Zauberberg"; von Arthur Schnitzler erschien "Fräulein Else", eine seiner bedeutendsten Novellen; Franz Kafka starb. Und einer der renommiertesten Journalisten der Weimarer Zeit betrat als Literat die Bühne: Joseph Roth. In diesem Jahr erschienen gleich zwei Romane von ihm: "Hotel Savoy" und "Die Rebellion". Letzterer liegt nun in einer vorzüglichen, materialreichen Neuedition vor.

Dieser Roman um einen Kriegsheimkehrer enthält schon vieles von dem, was Roths spätere berühmte Werke ausmacht: den legendenhaften Ton, die traurige Geschichte eines Menschen, der an den Verhältnissen und den Schicksalsfügungen zugrunde geht, den markanten Erzählstil, der ständig zwischen der allwissenden und der beschränkt subjektiven Perspektive hin und her wechselt. Vor allem aber machen die dem Roman beigefügten Feuilletontexte Roths deutlich, wie hochliterarisch der Journalist schrieb und wie sehr er als Romancier von seiner journalistischen Arbeit zehrte.