Dass Kabarettisten sich auch im Krimifach wohlfühlen können, haben schon Hans Peter Heinz oder Josef Hader als Filmdarsteller gezeigt, jetzt gesellt sich Thomas Stipsits als Autor dazu. In "Kopftuchmafia" lässt er erst eine frischgebackene Stinatzer Braut vom Mähdrescher schreddern, ehe er seine Leser im Rahmen der Mordermittlung ins burgenländisch-steirische Grenzgebiet mitnimmt, das er schon in seinen Bühnenprogrammen intensiv beackert hat.

Es ist ein waschechter, ernsthaft angelegter Krimi, freilich garniert mit feinem, mitunter schwarzem Humor. Allein schon der Gruppeninspektor, der statt zur Kaffeetasse zum Käsepappeltee und statt zum iPad zum Notizbuch greift, ist ein Gag für sich. Dazu kommen die Ureinwohner des Locus delicti, die bei Stipsits, dessen Vater so wie der fiktive Ermittler aus Stinatz kommt, zwar urig, aber recht wenig klischeebehaftet daherkommen. Etwaige Ähnlichkeiten mit lebenden Personen - insbesondere drei gewissen alten Damen, die bei der Aufklärung des Falles eine gewichtige Rolle spielen, einem Automechaniker und einem Greißler - sind wahrscheinlich rein zufällig . . .

Thomas Stipsits: Kopftuchmafia - Ein Stinatz-Krimi
Ueberreuter; 184 Seiten; 16,95 Euro