13 Jahre nach ihrer Entführung taucht die inzwischen 17-jährige Millionärstochter Erica Silverman plötzlich wieder auf – oder zumindest ein Mädchen, das von seinem Mentor so großgezogen wurde, dass es Erica glaubhaft verkörpert, inklusive getürkte DNA-Proben. Der Leser weiß bald, dass Erica in Wahrheit Violet heißt, weil sie aus ihrer Sicht den großen Betrug erzählt, der darauf hinausläuft, ein sündteures Gemälde aus dem Safe zu stehlen, bevor sie wieder spurlos verschwinden soll.

Und so kommt es, dass man mit der Betrügerin mitfiebert, während sie sich in der Schule einlebt, eine Beziehung zur Mutter aufbaut (der Vater ist in der Psychiatrie) und dabei ständig Gefahr läuft, doch noch aufzufliegen. Violet/Erica merkt rasch, dass irgendwie zwei Herzen in ihrer Brust schlagen, sie ist hin und her gerissen zwischen ihrem Auftrag und ihrem schlechten Gewissen all jenen gegenüber, die sie täuscht. Und dann sind da noch die Schul-Clique, ein verzweifelter Profimusikersohn und eine Gothic-Außenseiterin, die alle etwas anderes in ihr sehen und die Geschichte (inklusive verbotener erster Liebe - sie will ja keine Herzen unnötig brechen) ordentlich spannend machen.

Michelle Painchaud: Nichts davon ist wahr
dtv; 300 Seiten; 10,30 Euro