Damit sein Essen nicht fad schmeckt, gibt der Mensch gerne Kräuter hinein. Und was beim Essen funktioniert, mag doch auch fürs Lesen ein probates Mittel sein, hat sich wohl Manfred Baumann gedacht. Und so würzt der Autor seine neue Kurzkrimisammlung, indem er sie in der Welt der Kräuter ansiedelt.

Das sieht dann ganz unterschiedlich aus: Sie spielen dann etwa eine verbindende Rolle wie Blutkraut in den Bildern eines ermordeten Galeristen oder tauchen einfach nur so auf wie der Wermut im Absinth eines auf reiche Damen spezialisierten Gigolos oder der Oregano auf einer Mafia-Pizza. Gemeinsam haben die Geschichten nur eines: Sie sind kurzweilig und spannend. Ideal, um sich an kalten Abenden im gemütlichen Ohrensessel unter einer warm leuchtenden Stehlampe daran zu delektieren.

Manfred Baumann: Blutkraut, Wermut, Teufelskralle
Gmeiner; 346 Seiten; 15,50 Euro