Im Jahr 2008 taucht im deutschsprachigen Raum ein Elfjähriger auf, der in sein Tagebuch schreibt, was er so alles erlebt, welche Widrigkeiten da Leben in der Vorstadt für ihn bereithält. Mittlerweile ist "Gregs Tagebuch" Kult in 63 Ländern mit 194 Millionen verkauften Büchern in 53 Sprachen. Völlig zurecht, finden nicht nur jugendliche Leser, sondern auch Erwachsene.

Inzwischen ist Autor Jeff Kinney in der deutschen Ausgabe bei Band 14 angelangt, und die hat es in sich: Erst räumt Greg seinen Schrank aus und versucht sein altes Zeug via Flohmarkt zu verscherbeln. Dass das in die Hose geht, liegt eigentlich auf der Hand. Zumal sein bester Freund Rupert sich als wenig hilfreich erweist und es zu schütten beginnt. Dann erbt Gregs Mom Geld und beschließt, es in einen Anbau samt größerer Küche zu investieren. Wie langweilig! Dabei hätte Greg ganz tolle Ideen, was den Hausausbau betrifft.

Die wälzt er in seinem Tagebuch hin und her. Aber natürlich setzen sich die Großen durch. Und die haben sich das Ganze wohl auch anders vorgestellt, denn die Baustelle wird, nun ja, aufregend, um es positiv auszudrücken. Jeff Kinney findet im Hausprojekt seiner Comicfamilie jedenfalls genug Stoff für schräge Situationen, zwischen denen Gregs wilde Fantasie für diverse irre Szenen sorgt. Und da sind die Träumereien vom neuen Pool, für dessen Besuch Greg Eintritt verlangen will, noch harmlos.

Natürlich lebt das Buch vor allem von den Schwarzweiß-Zeichnungen, mit denen Jeff Kinney seinen Comicroman in Szene setzt. Und davon, dass der gute Mann überhaupt keinen Genierer kennt, wenn es darum geht, seine Figuren so richtig leiden zu lassen, und als Zeichner auch einmal wilde Zerstörungswut an den Tag legt. "Gregs Tagebuch 14" schreit jedenfalls nach einer Verfilmung - auch wenn das Filmset sicher teuer wird...

Jeff Kinney: Gregs Tagebuch 14 - Voll daneben
Baumhaus Verlag; 217 Seiten; ab 9 Jahren; 15,50 Euro