Der Zorilla (ein Marder) schleicht durch das Hafenviertel, den Mantelkragen bis zur Nasenspitze hochgeschlagen. Die anderen Tiere beäugen ihn scheel und fragen sich, was der stille Einzelgänger wohl vorhat. Da wird gerätselt und gemutmaßt - nur direkt angesprochen und gefragt wird der Zorilla nicht. Und eines Tages ist er plötzlich weg, nachdem verdächtige Geräusche aus seiner Behausung die Einwohner der Hafenstadt in Angst und Schrecken versetzt haben.

Was tatsächlich geschah? Nun, der Zorilla hat sich seine eigene überdimensionale Flasche aus Glas gegossen (auf die Idee gebracht hat ihn ein Flaschenschiff), nachdem er die notwendigen Materialien dafür zusammengeschleppt hatte. Und in der ist er aufs Meer hinaus gefahren, mutmaßlich auf der Suche nach einer hübschen Marderin.

Hätte man ihn bloß einmal gefragt, was er da tut - dann hätte es kein Rätselraten und keine bösen Gerüchte und Unterstellungen gegeben. Das ist die Quintessenz aus Jutta Bückers Kinderbuch, die durch düstere (aber nicht Angst machende) Illustrationen untermauert wird. Vor allem der Zorilla, dem auch der Leser nur bedingt näherkommt, ist echt cool gezeichnet. Dass der Marder selbst gar nicht zu Wort kommt, ist in diesem Fall vernachlässigbar. Man versteht ihn auch ohne viele Worte.