Subhash Vyam ist in einem Dorf aufgewachsen, in dem man nicht einfach den Wasserhahn aufdrehen konnte, wenn man einen Schluck trinken wollte (oder den Swimming-Pool einlassen oder das Wasser womöglich durch irgendwelche Spielereien verschwenden), sondern wo es ein ganz schöner Weg zum nächsten See war, aus dem die Bewohner ihr Wasser holten. Und diesen fehlenden Zugang zu sauberem Wasser, der heute immer noch Millionen Menschen betrifft, bringt er kindgerecht in seinem Buch "Wasser" auf den Punkt.

Ohne Beschönigung, aber auch ohne unnötige Hysterisierung, schildert er, wie hart das Leben in einem Entwicklungsland sein kann. Dazwischen erzählt er auch ein Märchen über den Wert des Wasser, das er danach seinen jungen Lesern beziehungsweise Zuhörern (man kann das Buch auch schon jüngeren Kindern vorlesen) leicht verständlich erklärt. Dazu gibt es bunte Zeichnungen, die es noch anschaulicher machen.

Da hat also jemand eine klare, wichtige Botschaft zu verkünden, die der Verlag Tara Books gerne aufgegriffen und publiziert hat. Und diese Botschaft kommt nicht moralisierend oder vorwurfsvoll daher, sondern relativ nüchtern - und ist nichtsdestotrotz eindrucksvoll. Es geht ganz generell darum, was uns die Natur gibt - und wieviel wir uns von ihr nehmen können (und dass wir uns allzu oft viel zu viel nehmen). Vielleicht hält das Kind, das sie empfängt, ja beim nächsten Mal kurz inne, bevor es am Hahn dreht . . .