Im Schäfchenkindergarten gibt es ein kleines Schaf, das besonders gut kleine Prinzen zeichnen kann. Und das deshalb von allen bedrängt wird, weil es ihnen auch welche zeichnen soll. Aber es hat keine Lust. Also zeichnen sich die anderen ihre kleinen Prinzen selbst - alle bis auf Schäfchen, das nicht zeichnen kann. Oder das zumindest glaubt, es nicht zu können.

Aber es ist nicht alleine, denn auch Mama Schaf kann keinen kleinen Prinzen zeichnen. Und auch kein Pferd, wie es sich Schäfchen dann wünscht. Nur hat sie eine Lösung parat, diesmal allerdings nicht - wie in der berühmten Vorlage von Antoine de Saint-Exupéry - etwa in Form eines Elefanten in einer Schlange oder eines Schafs in einer Kiste, sondern sie zeichnet den Stein, der vor dem Huf des Pferds liegt. Denn "ich zeichne lieber das, worauf die anderen nicht achten", sagt Mama Schaf. "So sieht man die Welt mit anderen Augen, und das macht sie schöner."

Natürlich nimmt sich Schäfchen den Ratschlag zu Herzen und avanciert in der Folge im Kindergarten zum Zeichenkönig - oder besser gesagt: Er ist nun "der kleine Prinz des Zeichnens". Und die Moral von der Geschicht'? Lass dich nicht entmutigen und halte Ausschau nach deinen verborgenen Talenten. Denn niemand kann nichts. Die Botschaft ist klar und simpel. Und die Illustrationen, mit denen sie optisch umgesetzt wird, sind einfach nur süß.

Michel Van Zeveren: Zeichne mir einen kleinen Prinzen
Picus Verlag; 48 Seiten; ab 4 Jahren; 14 Euro