Huch, da steht auf einmal ein Hamsterkäfig in der Klasse! Den hat die Lehrerin mitgebracht, damit ihre Schüler lernen, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Das tun sie auch - aber vor allem entspinnt sich daraus eine absurde Situationskomik, weil die Klasse von Frau Miller über eine sehr blühende Fantasie verfügt. Und so wird aus dem kleinen, harmlosen Hamster Ravioli ein gefährliches, magisches Tier, das den Kindern eine Riesenangst macht. Nun, magisch ist er schon ein bisschen, denn er schafft es tatsächlich am Ende, aus der wilden Horde eine lammfromme, brave Klassengemeinschaft zu zaubern.

Wobei, so schlimm sind die Kinder letztlich eh nicht, nur halt ein bisschen überdreht manchmal. Und die wilden Szenen spielen sich alle in ihren Köpfen ab. Die Fantasie schäumt auch über, als ihre Mitschülerin Emma aus versehen eine Fliege verschluckt (und natürlich prompt zum Frosch mutiert), oder als Theo im Krankenhaus ist (aber ganz sicher ein Roboter ist, weil sein Rucksack gepiepst hat). Becka Moor hat Pamela Butcharts verrückte Geschichten in ebenso verrückte, wilde Zeichnungen übersetzt, sodass Text und Bilder ein großes Ganzes, das Eltern vor Augen führt, wie rational und normal das eigene Kind ist.

Becka Moor & Pamela Butchart:
Eine Klasse für sich - Der magische Hamster
Orell Füssli; 100 Seiten; ab 6 Jahren; 12,30 Euro