Während Peter Handke in Stockholm im Vorfeld der eigentlichen Literaturnobelpreisverleihung am 10. Dezember mit zahlreichen Rahmenveranstaltungen gefeiert wird, lässt sich auch das Filmarchiv in Wien nicht lumpen: Mit einer großen Retrospektive präsentiert man ab 6. Dezember die wesentlichen Arbeiten des Autors, der ab den 1970ern auch selbst im Regiesessel Platz nahm.

Zu sehen sind im Metro Kinokulturhaus 13 cineastische Arbeiten Handkes, darunter die Klassiker des Drehbuchautors Handke, die meist von seinem Freund Wim Wenders für die Leinwand adaptiert wurden, wie "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" oder der unsterbliche "Himmel über Berlin". Als besondere Preziosen sind aber auch die Handke selbst inszenierten Arbeiten zu sehen, in denen sich der oftmals streitbare Schriftsteller als Meister der leisen Töne erweist, so in seiner ersten Regie "Proszenium - Chronik der laufenden Ereignisse" aus 1971, für die er Dashiell Hammett adaptierte. Es folgte 1978 die Eigenverfilmung "Die linkshändige Frau", mit der es der Regisseur Handke sogar in den Wettbewerb von Cannes schaffte, und der sich zwei weitere Einsätze im Regiesessel anschlossen: "Das Mal des Todes" (1985) und "L'Absence" (1992), das teilweise in Handkes Haus in Chaville bei Paris gedreht wurde.

Handke im Fernsehen

Neben dem Filmarchiv würdigt auch der ORF den Literaten im Rahmen des "Kulturmontag" am 9. Dezember, der exklusiv dem Literaturnobelpreisträger gewidmet ist. Einen Tag vor der offiziellen Verleihung lautet das monothematische Sendungsmotto ab 22.30 Uhr in ORF2 "Spaltpilz Peter Handke", wobei Literaturressortleiterin Katja Gasser von den Feierlichkeiten vor Ort berichtet. Autoren wie Daniel Kehlmann oder Salman Rushdie sprechen über die Frage des Verhältnis von Poetik und Politik. Und Handke-Kenner wie Klaus Kastberger, der Autor Marko Dinic oder die Slawistin Miranda Jakisa diskutieren live über Kunst und Moral. Zum Ende des Abends um 23.35 Uhr folgt der Dokumentarfilm "Peter Handke - Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte...". Hierfür hat Filmemacherin Corrina Belz den Schriftsteller in Chaville besucht und daraus ein Porträt über den schwierigen Gastgeber erstellt.

Am eigentlichen Tag der Verleihung, dem 10. Dezember, begleitet ab 16.20 Uhr ORF III das Geschehen mit einer 90-minütigen Sondersendung. Neben Liveschaltungen nach Schweden diskutieren im Studio live Kenner der Literaturszene wie Heinz Sichrovsky, Konrad Paul Liessmann und Daniel Wisser. (apa)