"Man legt das Buch am besten aufs Klo", schreibt der Autor selbst im Vorwort zu Severin Groebners "Lexikon der Nichtigkeiten". Natürlich nicht, weil es inhaltlich so schlecht wäre, dass es bloß noch zum Hintern auswischen taugt, sondern weil das der einzige Platz ist, wo man wirklich Zeit zum Lesen hat. Das 190 Seiten starke, aber trotzdem handliche Büchlein eignet sich aber auch hervorragend als Zwischendurch-Lektüre für Öffi-Fahrten oder für leichte (manchmal auch seichte) Unterhaltung in der Phase zwischen Zu-Bett-Gehen und Einschlafen. Oder in allen anderen Lebenslagen, in denen man kurz ein bisschen schmunzeln will - oder sich mit dem Autor gemeinsam echauffieren über xenophobe Zeitgenossen oder Social-Media-Poster. Oder auch einfach eine kleine Pause einlegen (so wie Groebner selbst im entsprechenden Kapitel).

Vom Abendland bis zur Zukunft widmet sich der Kabarettist allen möglichen und unmöglichen Themen, die ihn und seine Leser bewegen, über die man gute und schlechte Witze machen kann, und über die es sich auch ernsthafte Gedanken zu wälzen lohnt. Und so fliegen die Wuchteln mitunter tief, um kurz darauf in lichte Höhen abzuheben. Denn Groebner ist bei allem Dampfhammer-Humor und - trotz Deutschland-Aufenthalten bewahrtem - breitem Austro-Slang halt doch auch ein Intellektueller, der sich jedes Wort sehr gut überlegt hat, bevor er es in seine Tastatur eingetippt hat. Wenn Sie sich also denken, dass er jetzt schon sehr blöd daherschreibt, der Groebner, dann seien Sie gewiss: Das ist Absicht und nichts als pure Absicht.

Und so kommt es, dass sich einerseits wahre Kleinode unter seinen lexikalischen Einträgen finden (man möchte fast sagen: philosophische Ergüsse), und er andererseits tatsächlich sehr ernste und bodenständige Feststellungen tätigt, was den Zustand unseres Landes betrifft. Da wird es auch gesellschaftkritisch und politisch. Wer Groebners Programme und Kolumnen mag, sollte sich sein "Lexikon der Nichtigkeiten" zu Weihnachten wünschen.