Der Blick eines Kindes auf die Welt ist ein literarisches Verfahren, das die unmittelbare Erfahrung der durch Reflexionen und Misstrauen gebrochenen Wirklichkeit der Erwachsenen gegenüberstellt. Derartige (Re-)Konstruktionen können bewusst provozieren. Bei Danae Sioziou entstehen hingegen poetische Gegenentwürfe zur Zweckmäßigkeit im Denken und Tun: "Sein Körper gefährdet nicht / die Liliputwelt / winzig und federleicht". Ein Elefantengedächtnis, so auch ein Titel, ermöglicht einem stummen oder stumm gemachten Kind die späten Aussagen in "Mamas Gedicht": "An der Stelle ihres Herzens / eine Gefriertruhe / deren Magen niemals knurrt".

Mit wenigen Ausnahmen wie der Verknüpfung von Träumen und Pomeranzen ("heruntergefallen und zerplatzt") entwirft Sioziou schlüssige, manchmal überraschende Bilder. Und schließlich erwartet die Leser auch der in der Poesie seltene Humor: "manchmal entdeckten wir unter den Möbeln / Haufen von Algen / die kochte sonntags der Vater".