1880 wird Fritz Grünbaum in Brünn geboren, 1941 im KZ Dachau umgebracht. Dazwischen liegen sechs Jahrzehnte, in denen nicht nur die Monarchie zerfällt, zwei Weltkriege losbrechen, eine junge Republik ersteht und wieder zerstört wird, sondern auch das Wiener Kabarett eine erste Hochblüte erlebt, die bis heute nachwirkt. Und Fritz Grünbaum ist unmittelbar daran beteiligt, um nicht zu sagen: eine der prägenden Figuren.

Hans Veigl, ehrenamtlicher Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Österreichischen Kabarettarchivs, widmet dem großen Kabarettisten und Conférencier, der seinen Durchbruch im Wiener Simpl feierte und dieses seinerseits groß gemacht hat, nun eine neue Biografie mit wenigen Bildern (die dafür eindrucksvoll sind so wie ein Porträt aus dem KZ auf der letzten Seite), dafür umso mehr Texten nicht nur über Fritz Grünbaum, sondern auch von ihm selbst. Man erfährt also nicht nur sehr viel über das Leben des Publikumslieblings, der von 1906 bis zur Verhaftung durch die Nazis 1938 im deutschsprachigen Raum einen Erfolg nach dem anderen feierte, sondern kann auch etliche seiner Texte nachlesen. Und dabei nur staunen, dass viele davon auch 100 Jahre später immer noch so klingen, als hätte er sie 2019 geschrieben.