Kjell Askildsen, Meister zeitloser Kurzprosa. - © CC/Finn Ståle Felberg
Kjell Askildsen, Meister zeitloser Kurzprosa. - © CC/Finn Ståle Felberg

Der 1929 geborene Kjell Askildsen gilt als norwegischer Beckett und ist in seiner Heimat ein Star. Nun ist sein Gesamtwerk auf Deutsch erschienen: Dass es nur knapp 1000 Seiten umfasst, ist schon Beleg dafür, dass Askildsen ein Meister der Kurzform ist, dem es - je älter, desto stärker - um das "Aufspüren und Entfernen von Entbehrlichem" geht.

Vor allem aber haben seine Kleinstgeschichten etwas erstaunlich Zeit- und Altersloses an sich. Sie ziehen vom ersten Satz an in ihren Bann. "Als meine Frau noch lebte, dachte ich, wenn sie stirbt, habe ich endlich mehr Platz." Oder: "Die Welt ist nicht mehr, wie sie war. Heutzutage ist zum Beispiel das Leben viel zeitaufwendiger." Das sind typische Askildsen-Anfänge, und wer da nicht weiterlesen möchte, ist für die Literatur wohl unrettbar verloren. Diese zwei Bände stecken so voller feiner Lebensweisheit, dass sie wunderbar als literarische Begleiter in allen Lebenslagen taugen.