Eine junge Frau stürzt in Südengland von den Klippen. Ihr Tod hängt mit ihrem Escort-Job zusammen. Denn sie war auf der Flucht vor Anhängern des  Wicca-Kults, der sich um einen mystischen Lebensbaum und Menschenopfer dreht. Das bringt die Archäologin Hannah Peters und ihre Freundin, die Journalistin Leslie Rickert, auf den Plan, die durch einen alten Film auf die Spur der Wicca kommen, diese bis in die Felsenstadt Petra verfolgen - und sich damit natürlich in Gefahr bringen. Mit von der Partie ist ein ermittelnder Polizist, der von seinem Chef geschnitten wird (man ahnt schon, warum). Dabei gilt es weitere Opfer zu verhindern, und die Uhr tickt.

Wie üblich spinnt Thomas Thiemeyer eine Mischung aus Krimi und Indiana-Jones-Abenteuer (was dort der Heilige Gral war, ist hier eben der Lebensbaum), bestehend aus vorgeblich Übersinnlichem, Verschwörungstheorien auf der einen Seite sowie fehlgeleiteten Menschen und ganz banaler krimineller Energie auf der anderen.

Beachtenswert ist diesmal Thiemeyers cineastischer Ansatz, weil er den Film  "The Wicker Man" aus dem Jahr 1973 als Ausgangspunkt für seine Schauergeschichte nimmt - einen Film, von dem es eine viel längere Fassung geben soll, die aber als verschollen gilt. Ein gefundenes Fressen für Thiemeyer, der auf genau diesen verlorenen Szenen seinen Plot aufbaut, der dem gewohnten Schema folgt. Wer seine bisherige Mythenromane gemocht hat, wird auch mit "Wicca" bestens bedient.

Thomas Thiemeyer: Wicca
Knaur; 496 Seiten; 20,60 Euro