Nein, die Prinzessin im Buch ist nicht wirklich so unleidlich, wie man anhand von Titel und Coverbild glauben könnte. Vielmehr teilt sie am Ende mit allen Kindern im Dorf die eingeforderte Nascherei. Aber sie weiß halt, was sie will, und als Prinzessin setzt sie das auch durch.

Doch beginnen wir am Anfang: Da erwacht sie in ihrem Turm aus langem Schlaf und beschließt, hinunter ins Dorf zu gehen und sich eben ein Schokocroissant zu holen. Denn auch wenn sie an Rapunzel gemahnt, wartet sie nichtauf irgendeinen Prinzen, sondern nimmt selbst die Handlung in die Hand.

Ihre langen Haare spielen dabei eine wichtige Rolle, denn die sind so lang, dass sie sich irgendwann mehrmals durchs komplette Dorf schlängeln - und die Prinzessin, die irgendwann nicht mehr weiterkommt, weil sie hängengeblieben ist, lässt sie sich kurzerhand abschneiden. Dann stolziert sie - nachdem sie vorher in den falschen Geschäften war - auf einen Hinweis aus dem Volk hin in die Bäckerei und holt sich die Leckerei. Und eben auch gleich welche für die Kinder, die sie inzwischen umringen. Und die Moral von der Geschicht? Auch die resolutesten Prinzessinen teilen dann und wann. Das ist wohl die Botschaft - neben den wirklich unterhaltsamen Bildern -, die Autor Jean-Luc Englebert seinen kleinen Lesern mitgeben will.

Jean-Luc Englebert: Ich will ein Schokocroissant. Sofort!
Picus; 40 Seiten; ab 4 Jahren; 17 Euro
www.picus.at/produkt/ich-will-ein-schokocroissant-sofort