Theo Waldinger lernte Karl-Markus Gauß (und den Literaturwissenschafter Konstantin Kaiser) in den späten siebziger Jahren in Österreich kennen. Ohne die Mitarbeit von Bruder Theo wäre "Noch vor dem jüngsten Tag" nicht entstanden. 1993 erschien dann auch Theo Waldingers Autobiographie "Zwischen Ottakring und Chicago" mit einem Nachwort von Gauß. 1996 würdigte das Wiener Literaturhaus Ernst Waldinger mit einer Vitrinenausstellung und einer Broschüre (von Heinz Lunzer). In Literaturgeschichten wird Waldinger selten erwähnt, aber in Anthologien kann man seine Texte immer wieder finden.

Es gibt einige wenige österreichische Germanisten und Schriftsteller der Gegenwart (Erich Hackl, Johann Holzner, Konstantin Kaiser, Christian Teissl), die über Waldinger geschrieben haben. Es ist aber eine Schande für die deutschsprachige Germanistik, dass Waldingers Nachlass mit den vielen Manuskripten kaum jemals beachtet oder eingesehen und eine Briefausgabe nie erwogen wurde. Und obwohl Waldinger zu Lebzeiten viele Preise und Ehrungen erhielt, ist bis heute in Wien keine Verkehrsfläche nach ihm benannt.